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Montag, 26. Juli 2010

Atom-Alarm in Groß-Gerau

Am 26. Juli haben Anti-Atom-Aktive in Groß-Gerau "Atom-Alarm" geschlagen - wie auch in rund 60 Wahlkreisen im ganzen Land. Lautstark und unüberhörbar machten sie dem CDU-Abgeordneten Dr. Franz Josef Jung deutlich, dass die Menschen in seinem Wahlkreis keine längeren AKW-Laufzeiten wollen!

Für Infos zum aktuellen Aktionstag am 21. August bitte hier klicken

Aktionsbericht und Bilder von den Organisator/innen

Atom-Alarm in Gross-Gerau

Mit rund 100 Teilnehmern in Groß-Gerau wurde die Aktion „Atomalarm“ am Montag trotz Ferienzeit zu einem vollen Erfolg, schreibt die Anti-AKW-Initiative Groß-Gerau. Bundesweit waren in rund 60 Städten mehrere Tausend Menschen auf den Beinen, um insbesondere Bundestagsabgeordneten von CDU und FDP ihren Protest gegen die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke kundzutun.

Mit Fahnen, zwei ‚Atommüllfässern‘, ‚Strahlenschutzanzügen‘ aus dem Baumarkt, selbstgemalten Transparenten, Sandwich-Plakaten mit dem Slogan „Atomalarm – Dr. Franz Josef Jung schalten Sie Atomkraft ab“, Tröten, Trillerpfeifen und Trommeln machten sich die Demonstranten am Vormittag vom Marktplatz der Kreisstadt aus auf den Weg zum Wahlkreisbüro von Franz Josef Jung in der Odenwaldstraße. Dort übergab eine Delegation die campact-Petition gegen eine Laufzeitverlängerung der AKW’s an den Landtagsabgeordneten Günter Schork, welche im Internet bereits von mehr als 155.000 Bundesbürgern unterzeichnet wurde. Darin heißt es unter anderem, das Risiko eines großen Unfalls steige mit jedem Betriebsjahr. Vor Terrorangriffen seien Atomreaktoren nicht effektiv zu schützen. 450 Tonnen hochradioaktiver Müll entstünden jährlich in deutschen Atomreaktoren, ohne, dass es eine sichere Entsorgung gebe. Selbst das Bundesumweltamt habe vorgerechnet, dass sich Deutschland auch ohne Atomkraft und neue Kohlekraftwerke problemlos selbst mit Energie versorgen könne.

Neben der Petition und weiteren Informationsbroschüren übergaben die Kernkraftgegner in der CDU-Geschäftsstelle auch ein Statement des ‚Bundesverbandes Christliche Demokraten gegen Atomkraft‘ (CDAK) mit Sitz in Mainz. Diese haben sich unter dem Motto „Unsere Kinder sollen lachen und nicht strahlen“ zusammengefunden, rechnen vor, dass der Preis einer Kilowattstunde Atomstrom volkswirtschaftlich bei rund zwei Euro liegt und zitieren die Lateiner mit dem Satz „Irren ist menschlich, aber auf Irrtümern zu bestehen ist teuflisch“.

Atom-Alarm in Gross-Gerau

Übergeben wurde weiter eine Stellungnahme des Deutschen Städtetages, deren Vorsitzende Petra Roth (CDU) ebenfalls vor einer Laufzeitverlängerung für alte Atomkraftwerke warnt. Die kommunalen Versorger und Stadtwerke hätten Investitionen in Höhe von 12,5 Milliarden Euro in erneuerbare Energien und die Steigerung von Energieeffizienz im Bau bzw. in Planung, welche durch eine Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke infrage gestellt werden. Die vorgesehene Kraftwerkskapazität von rund 8.500 Megawatt würde weitere sieben Atomkraftwerke überflüssig machen.

(wörtliche Zitate:„Eine isolierte Entscheidung über die Laufzeitverlängerung ohne Einbettung in ein Gesamtkonzept würde jedoch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für solche Anlagen verschlechtern und damit ein zusätzliches kommunales Engagement für eine umweltfreundliche Energieerzeugung gefährden“, sagte die Präsidentin des Deutschen Städtetages, die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth.

„Die Stadtwerke investieren derzeit 6,5 Milliarden Euro für den Bau von 3.500 Megawatt Kraftwerkskapazität. Dazu kommen mittelfristig noch einmal geplante 5.000 Megawatt mit einem Volumen von weiteren sechs Milliarden Euro. Wir haben große Sorge, dass dieser zweistellige Milliardenbetrag durch die derzeit diskutierte Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke infrage gestellt wird“, so der Präsident des VKU und Oberbürgermeister von Hannover, Stephan Weil.)

Das nächste Treffen der Groß-Gerauer Anti-AKW-Initiative findet am Montag, 9. August, ab 19.30 Uhr, im Kulturcafé-Saal im Alten Amtsgericht, Darmstädter Straße 31, statt. Neue Mitstreiter sind stets willkommen.

Atom-Alarm in Gross-Gerau

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